Grafik-Titel: Das Netzwerk

Das Netzwerk Migration und Religion, dessen Initiierung unmittelbarer Anlass der Tagung war, will den Austausch über positiven Erfahrungen fördern, und zwar nicht als einseitigen, sondern als wechselseitigen Kommunikationsprozess. Dabei muss vorab angemerkt werden, dass Netzwerke nicht durch Beschluss arbeitsfähig sind und die Möglichkeiten, die Netzwerke bieten, nicht durch Delegation der individuellen Erwartungen einerseits und Konsum der Ergebnisse andererseits erreicht werden können. So modisch der Netzwerk-Gedanke in den letzten Jahren insbesondere im politischen Raum geworden ist, so sehr bestimmt sich das Gelingen von Netzwerken durch die Mitwirkung aller Interessierten.

Hierzu ergeben die Fragebögen, die von den Anwesenden der Tagung am 22. April 2004 beantwortet wurden, ein positives Bild. Jeweils über die Hälfte der Antwortenden geben an, dass sie in welcher Form auch immer im Netzwerk mitarbeiten würden und dass sie als Ansprechstelle für andere zur Verfügung stehen.

Dabei ist aber auch bezeichnend, dass das größte Interesse am Netzwerk im Erfahrungs- und Informationsaustausch und in der gemeinsamen Diskussion von Sachfragen besteht (84 bzw. 66 %; Mehrfachnennungen möglich). Im gleichen Fragekomplex, zu den Interessen am Netzwerk, erwarten auch 56 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung neue Anregungen für die eigene Arbeit. Diese Antworten zeigen, dass trotz der auf der Tagung dokumentierten positiven Entwicklungen praktischer Integrationsprozesse mehr Informationen und der Austausch von Erfahrungen für diejenigen, die mit Zusammenhängen von Migration und Religion zu tun haben, weiterhin von großer Bedeutung für die eigene tägliche Arbeit ist.

Dem steht auch nicht entgegen, dass 32 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, 30 % von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO's) und Stiftungen waren, 21,5 % aus dem universitären Bereich stammen und nur 8,5 % dem Bereich Politik und Ausländerbeauftragte zuzuordnen sind. Der Rest verteilt sich mit je 4,5 % auf Mitarbeitende aus Weiterbildungseinrichtungen sowie Privatpersonen (Angaben gerundet). Kirchen, andere Religionsgemeinschaften, NGO's, Stiftungen und Weiterbildungseinrichtungen arbeiten in vielfältiger Weise über Einrichtungen und Projekte in der Integrationsarbeit bzw. sind "Betroffene". Darüber hinaus richtet sich das geplante Netzwerk ausdrücklich auch an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um gegenseitige Anstöße zu geben: der Wissenschaft zur weiteren Forschung und Sicherung von Ergebnissen, den Praktikern zur Reflexion, ob die Leitlinien des eigenen Arbeitens in einem größeren, objektivierten Rahmen zielführend sind. Ein Konzept übrigens, dass in Bezug auf die Tagung 82 % als "gut" bzw. "sehr gut" einstuften.
 

Insgesamt also gute Voraussetzungen für einen vielversprechenden Aufbau des Netzwerks Migration und Religion. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und der Verein REMID wollen dafür drei Elemente zusammenbringen, die die weitere Arbeit im Netzwerk strukturieren können: Fachtagungen zur Diskussion einzelner, konkreter Fragestellungen, eine Internet-Präsenz zur Dokumentation von weiteren positiven Beispielen und zur Identifikation von Ansprechstellen sowie ein Informationsweitergabe über einen Newsletter. Dabei sollen vorhandene Strukturen genutzt werden: Die Fachtagungen können zunächst weiter über die Integrationsbeauftragte veranstaltet werden, die Internet-Präsenz wird gemeinsam von der Integrationsbeauftragten und REMID betreut und der Newsletter der Informationsplattform Religion - einem bestehenden REMID-Projekt - kann für die Zwecke des Netzwerks erweitert werden.

Dabei ist selbstverständlich, dass auch für Aufgaben der Planung und Organisation des Netzwerks zusätzliches Engagement nötig und die Mitwirkung Dritter möglich ist - sei es in der Weitergabe von Informationen, durch Hinweise auf andere Projekte, mit Anregungen für Themen und Fragestellungen oder in der konkreten Vorbereitung von künftigen Fachgesprächen und Tagungen.
 

Steffen Rink, REMID e. V.
Projektleiter der Informationsplattform Religion

 

Auszug aus der Tagungsdokumentation "Religion - Migration - Integration"

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Netzwerk-Koordination

Logo der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlnge und Integration

Logo des Vereins REMID e. V.
 

 

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